Die Wandelkarten sind ein Projekt der WinD-Gruppe Thüringen. Die alternativen Wegweiser für nachhaltigen Konsum in Jena, Weimar und Erfurt wurden im Dezember 2016 veröffentlicht. Mit einer Förderung durch die Stadtverwaltung wurde eine 2. Auflage für Weimar Anfang 2018 veröffentlicht. Die Wandelkarten sind somit Teil der Bewerbung der Stadt Weimar zur Fair Trade Town“.

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Wer sind wir?

Das WinD-Netzwerk bietet Freiwilligen, die eine längere Zeit im Ausland gelebt und gearbeitet haben, die Möglichkeit sich nach ihrer Rückkehr in ihrer Stadt zu vernetzen und zu engagieren. In Jena, Weimar und Erfurt war die WinD-Gruppe Thüringen von 2009 bis 2017 aktiv. Da die meisten von uns einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in einem Land des Globalen Südens geleistet haben, schließen unsere Aktionen und Projekte an entwicklungspolitische Bildung und Engagement an. Die Thüringer WinD-Gruppe hat u.a. faire Frühstücke, konsumkritische Flashmobs, eine Fotoausstellung zum Alltag von Kindern in verschiedenen Ländern und das entwicklungspolitische Filmfestival „Pandarama“ (Januar 2017, Lichthaus-Kino Weimar) organisiert.
Von Februar bis Dezember 2016 arbeiteten ehrenamtlich fünf WinD-Aktive, die selbst in Jena, Weimar oder Erfurt leben, an den Wandelkarten. Wir sind alle vor einiger Zeit nach unseren Freiwilligendiensten nach Thüringen gekommen und haben eine umfangreiche Vernetzung und Informationen über konkrete Handlungsoptionen für nachhaltigen Konsum vermisst. Unterstützt wurden wir bei der Erarbeitung der Stadtkarten von Ehrenamtlichen in Jena, Weimar und Erfurt und von einer Weimarer Gestalterin.


Was bedeutet für uns nachhaltiger Konsum?

Wir versuchen, mit unserem Konsum Verantwortung für den Zustand unserer Welt zu übernehmen. In unserer heutigen globalisierten Welt sind wirtschaftliche Verknüpfungen genauso wichtig wie politische Verbindungen und Entscheidungen. Trotzdem ist es weit verbreitet, bei Problemen die Politik verantwortlich zu machen. Wir glauben, dass wir ganz konkret und Tag für Tag mit unserem Konsum moralische, bisweilen auch politische Entscheidungen treffen können. Wir würden gerne in einer Welt leben, die auch für nachfolgende Generationen genug zu bieten hat, die nicht einfach Ressourcen schonungslos ausnutzt und in der alle Menschen von ihrer Arbeit leben können. Mit den Wandelkarten wollen wir ein paar Wege dorthin aufzeigen.
Nachhaltiger Konsum heißt nicht nur, bewusst zu konsumieren, sondern auch, manchmal nicht zu  konsumieren und anstelle dessen zu reparieren, tauschen oder verschenken. Uns ist es wichtig, an dieser Stelle zu betonen, dass es viele Wege zu einem verantwortungsbewussten und nachhaltigen Konsum geben kann. Daher verstehen wir diese Stadtkarten nicht als vollständig, sondern als ständig erweiter- und erneuerbar. Jeder Mensch hat eigene Mittel und Wege, nachhaltig zu konsumieren. Dass alle „Omas Apfelbäume“ zum Selbstpflücken, alle Haushalte mit selbst gemachtem Waschmittel, alle Mini-Flohmärkte, alle Gemeinschaftshöfe und alle Kollektivküchen auf den Wandelkarten nicht auftauchen können, bitten wir zu entschuldigen.

Wie haben wir die Eintragungen ausgesucht?

Unsere erste Arbeitsphase, die Recherchephase, war die längste und aufwändigste Arbeit in diesem Projekt und dauerte von Mai bis Oktober 2016. Fast bis zum Drucktermin haben wir versucht, Initiativen, Geschäfte, Cafés und Akteur*innen in den Thüringer Städten zu finden und diese zu kontaktieren. Die meisten konnten wir vor Ort besuchen und mit Ihnen ins Gespräch kommen. Andere haben wir telefonisch oder per Mail erreicht. In dieser Phase waren uns vor allem unsere Kooperationspartner*innen eine große Hilfe. Nachdem wir unsere Recherchen gesammelt hatten und uns zurückgemeldet wurde, dass unsere Kontakte damit einverstanden sind, auf den Stadtkarten aufzutauchen, haben wir die Eintragungen sortiert und in Kategorien eingeteilt. So sollen die Informationen schnell und übersichtlich lesbar sein. Weiterhin haben wir an einige Akteur*innen Labels vergeben. Dazu mussten wir jene genau unter die Lupe nehmen. Wir hatten uns entschieden, ein Label nur dann zu verabreichen, wenn zum allergrößten Teil die Bedingungen erfüllt sind. Daher sind die Labels als Hervorhebung derer zu verstehen, die sich konsequent in einem oder mehreren Bereichen engagieren. Wir haben in den drei Städten folgende Labels vergeben: „vegan“,“bio“, „fairtrade“, „regional“ und „nachhaltige Wirtschaft“. Was wir genau unter diesen Labels verstehen findet ihr auf der Rückseite der Stadtkarten (Download). Außerdem möchten wir mit unseren Stadtkarten Alternativen aufzeigen. In erster Linie möchten wir denen einen Platz auf dieser Karte geben, die sich ehrenamtlich in und für Thüringen engagieren oder die finanziell nicht die Möglichkeit haben, mit großen Werbemaßnahmen auf sich aufmerksam zu machen. In vielen konventionellen Supermarkt-, Bioladen- und Drogerieketten werden Bioprodukte oder Fair Trade-Artikel verkauft. Wir haben uns jedoch bewusst dagegen entschieden, diese auf unseren Karten aufzulisten.


Wer waren unsere Kooperationspartner*innen?

Weimar im Wandel
Was kommt nach dem Wachstum? Wem die Politik zu träge ist, könnte sich mit dem Motto „Wir fangen schon mal an!“ anfreunden. Weimar im Wandel ist die lokale Transition-Town-Initiative für die Stadt und die Region Weimar. Viele Menschen engagieren sich seit 2011 in verschiedenen Bereichen wie z.B. Wohnprojekten, der Solidarischen Landwirtschaft oder bei der Organisation von Veranstaltungen. Weimar im Wandel möchte vernetzen und Neues schaffen. Transition-Town als weltweite Bewegung ist ein ganzheitlicher und praktischer Ansatz, der bei der Gestaltung des eigenen Lebensraumes alle lokalen Gegebenheiten optimal einbezieht und nachhaltig nutzt. In ihrem offenen Projektraum, der „Wilma“ veranstalten sie regelmäßig Informationsabende und bieten einen Ort für nachhaltige und soziale Initiativen in Weimar.
Internet: www.weimar-im-wandel.de
Facebook: http://facebook.com/weimarimwandel
Kontakt: transitionweimar@posteo.de

Umweltreferat des Studierendenrats der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Das Umweltreferat setzt sich für nachhaltiges Denken und Handeln ein. Die Schwerpunktthemen sind dabei Ökologie, faire Weltwirtschaft und Wertschätzung der Natur. Konkret setzt sich das Referat für mehr regionales/saisonales, biologisches, faires und veganes/vegetarisches Essen in den Jenaer Mensen ein und fördert die Bewusstseinsbildung für Ökologie und Nachhaltigkeit bei den Studierenden unter anderem mit Vortragsabenden und Workshops. Wenn Du mitmachen möchtest, schau doch bei einem unserer wöchentlichen Treffen vorbei! Wir freuen wir uns über neue Gesichter.
Internet: http://umwelt.stura.uni-jena.de
Kontakt: umwelt@stura.uni-jena.de

 


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